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Gesprühte Buchstaben und Figuren auf Häuserwänden im urbanen Umfeld sind als Graffiti bekannt. Der Begriff lässt Bilder der oft farbenfreudigen Straßenkunst vor unserem inneren Auge entstehen.
Wir sehen, erfahren und speichern die daraus gewonnenen Informationen als Wissen ab. Mit meiner Idee des Abstract Graffiti möchte ich Bekanntes in Frage stellen. Keine konkrete Form oder Figur soll dargestellt werden. Ist es möglich etwas zu malen, ohne eine bekannte Form wiederzugeben? Was offenbart der Prozess und das Ergebnis?


Das Wort Graffiti enthält Hinweise auf die spezifischen Werkzeuge wie Marker und Sprühdosen. Kombiniert mit der Idee der abstrakten Malerei ergeben sich interessante Möglichkeiten während der Schaffensphase.


In einer Zeit, in welcher Grundsätzliches infrage gestellt und händeringend nach Innovationen gesucht wird, sind Fähigkeiten wie unkonventionelles Denken wichtiger denn je. Im gut organisierten Schulbetrieb ist deren Förderung jedoch nur begrenzt möglich. Es bedarf Zeit und vor allem Muße – ohne Zwang zu einem vordefinierten Ergebnis.

 

Bei meiner Idee ist der Prozess Teil des Gesamtwerkes.
Mit dem bewussten Verzicht auf das Wiedergeben bekannter Motive wird die Komfortzone verlassen. Es ist eben nicht so einfach, etwas darzustellen, von dem noch kein Bild im Kopf vorhanden ist. Kreatives Denken ist gefordert. Das Bild soll gewissermaßen im Kopf entworfen werden.
Ziel ist es, innere Barrieren zu überwinden, eine Vorstellung zu entwickeln und diese in Handeln zu überführen. Das Ergebnis bleibt individuell. Schlechte Ergebnisse sind nicht möglich, denn jedes Werk ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und diese wird gefördert und erlangt durch das fertiggestellte Werk ein Stück Wertschätzung.

 

Sebastian Roese

ABSTRACT GRAFFITI

 

KUNSTPROJEKT ABSTRACT GRAFFITI

Graffitikunst als urbanes Lebensgefühl übt auf viele Jugendliche einen großen Reiz aus. Aus diesem Anlass wurde ein entsprechendes Angebot an der Hauptschule Vorsfelde initiiert.


Im August 2018 gestaltete eine Gruppe von 14 Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Projektwoche zwölf Leinwände. Begleitet wurden sie dabei  durch den Wolfsburger Künstler Sebastian Roese.

Die altersgemischte Gruppe (Klassen 6-10), deren Teilnehmer unterschiedliche Kenntnisse und Erfahrungen mitbrachten, hatte nicht nur viel Spaß am Sprayen, einige Teilnehmer entdeckten auch ihr künstlerisches Talent.


Für die Schülerinnen und Schüler war es eine spannende Woche, in der sie zahlreiche Erfolgserlebnisse hatten und hohe Wertschätzung von Mitschülern und Lehrern erfuhren.

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